Der Teufelskreis
des Tinnitus
Untersuchungen haben gezeigt, daß die subjektive Beeinträchtigung
durch den Tinnitus mehr oder weniger unabhängig von der
objektiven Lautstärke ist. Ausschlaggebend für die Stärke
der erlebten Beeinträchtigung ist nicht die Qualität der
Geräusche an sich, sondern die subjektive Verarbeitung durch
den Betroffenen. Dabei ist die dysfunktionale Aufmerksamkeitsfocussierung
auf die störenden Geräusche ein wesentlicher Faktor.
Selbstverstärkungsschleife
Kontinuierlich auftretende Reize, die keine Handlungsrelevanz
besitzen (vorbeifahrende S-Bahn, Ticken einer Uhr, Geräusch
eines Kühlschranks), werden in der Regel mehr und mehr ausgeblendet
und irgendwann kaum noch registriert. Dies ändert sich,
wenn die auftretenden Geräusche immer wieder heftige emotionale
Reaktionen auslösen (vgl. Die Psychologie des Hörens) Viele Tinnitus-Patienten
erleben ihre Ohrgeräusche als starke Beeinträchtigung und
entwickeln heftige Emotionen wie Wut, Angst und Hilflosigkeit,
bei der Wahrnehmung des Tinnitus. Dies führt zu einer verstärkten
Focussierung auf den Tinnitus und einer verstärkten Wahrnehmung
der Ohrgeräusche. Der Betroffene befindet sich in einem
sogenannten Teufelskreis.
Der psychische und körperliche Streß, den das Registrieren
der Ohrgeräusche auslöst, verstärkt oft den Tinnitus zusätzlich.
Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, um eine Gewöhnung
und Ausblendung des Ohrgeräusches zu ermöglichen, und damit
die subjektive Beeinträchtigung zu reduzieren.
(vgl. der positive Behandlungs-Kreislauf
des Tinnitus)
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