Der positive Behandlungs-Kreislauf des Tinnitus
Ein Patient mit einem nicht kompensierten Tinnitus befindet
sich in einem Teufelskreis der Aufmerksamkeitsfocussierung
und stark emotionaler Reaktion auf den Tinnitus. Wie kann
der Tinnitusbetroffene lernen aus dem Teufelskreis des Tinnitus
auszubrechen und die negative Selbstverstärkungsschleife
umwandeln in eine positive Therapieschleife?
Die positive Therapieschleife
Kontinuierlich auftretende Reize, die keine Handlungsrelevanz
besitzen (vorbeifahrende S-Bahn, Ticken einer Uhr, Geräusch
eines Kühlschranks), werden dann mehr und mehr ausgeblendet
und irgendwann kaum noch registriert, wenn sie keine emotionale
Reaktion auslösen (vgl. Die Psychologie des Hörens).Der Tinnitusbetroffene
kann also lernen, mit seinen Ohrgeräuschen gelassen und
entspannt umzugehen und sich auf andere angenehme Geräusche
zu focussieren. Je mehr im dies gelingt, um so weniger wird
sein Organismus das Ohrgeräusch als bedeutsam kodieren und
es allmählich weitgehend ausblenden. Die subjektiv empfundene
Lauststärke des Tinnitus und die subjektive Beeinträchtigung
durch das Ohrgeräusch werden abnehmen.

Hypnose und Hypnotherapeutische Verfahren sind in besonderem
Maße geeignet, inadäquate und hinderliche Muster der Aufmerksamkeitssteuerung
und Reizverarbeitung zu verändern. Der Betroffene lernt
u.a. ein entspanntes, gelassenes Registrieren des Tinnitus,
die Assoziation des Tinnitus mit ungefährlichen, uninteressanten
Geräuschen und die Focussierung weg von dem störenden Geräusch
hin zu anderen, angenehmen Wahrnehmungen.
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