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Der Baum
Ein Gärtner beabsichtigte einen schönen neuen Baum zu
pflanzen. Er sollte die besten Voraussetzungen zum Wachsen
haben, einfach die besten, die ein Baum nur haben kann.
Also hob er weiträumig um die Einpflanzungsstelle den
Boden aus und entfernte alle Steine und alles was den
Wurzeln des Baumes im Wege sein konnte.
Dann nahm er die weichste und lockerste Erde, die zu
finden war, und schüttete sie in die vorgegrabene Vertiefung
und setzte den jungen Baum hinein. Die Wurzeln sollten
es so leicht wie möglich haben, sich ihren Weg zu bahnen.
Ja sie sollten sich ungehindert entfalten können und sich
nicht durch harten Boden kämpfen müssen, und kein Stein,
sollte ihre Bahnen stören.
Der Baum wuchs schnell in die weiche Erde hinein und
begann seine Wurzel in ihr auszubreiten und mit aller
Kraft schoss er in die Höhe. Der Gärtner sah es mit Freude,
gab dem Baum die beste Düngung und schnitt ihm den Weg
zum Licht frei, indem er alle Pflanzen in der Umgebung
beseitigte. So brauchte der Baum sich nicht mühen und
hatte Nahrung, Licht und Helligkeit im Überfluss. Schließlich
war er zu beträchtlicher Höhe emporgeschossen.
Da geschah es, dass eines Tages ein großer Sturm heranzog
und mit gewaltigen Böen über das Land brauste. Der Wind
griff nach dem Baum und zerrte an seinen Zweigen und Ästen
und da die Pflanzen in der Umgebung alle kurz gehalten
waren, traf ihn die Gewalt des Sturmes schutzlos.
Gleichfalls wäre es für einen Baum dieser Größe ein leichtes
gewesen, dem Sturm zu widerstehen, doch die Wurzeln griffen
nur in weichen Boden, fanden keinen Halt und keinen Stein,
den sie umklammern konnten. Nirgendwo hatten sie sich
durchgekämpft, nirgendwo sich Platz schaffen müssen. So
drückte der Sturm den schönen Baum zur Seite, riss ihn
mit samt seinen Wurzeln aus und warf ihn zu Boden.
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